Daniel Scheuch

Daniel Scheuch beschäftigt sich in seiner künstlerischen Praxis mit Architektur, sozialem Wohnraum und den gesellschaftlichen Vorstellungen, die mit bestimmten Orten verbunden sind. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Klasse, Öffentlichkeit und der Nutzung von Raum sowie formale und materielle Strukturen und das Verhältnis von Architektur und Natur. Häufig arbeitet er mit öffentlich zugänglichen Räumen. Je nach Arbeit fließen persönliche Erinnerungen und Material aus dem Familienarchiv in die Auseinandersetzung ein. Er nähert sich diesen Orten über längere Zeiträume, kehrt wiederholt zu ihnen zurück und entwickelt seine fotografischen Arbeiten zunehmend räumlich und installativ weiter.

Next Shows

Past Shows

  • 08/2026, “Photographie sein”, Fotogalerie, Wien
  • 01/2026, “Coming Closer”, Atelier O3, Wien
  • 11/2025, “Joint Special Exhibition”, Paper Positions Wien / Foto Arsenal Wien
  • 10/2025, “Currents”, Wasserturm Favoriten, Wien
  • 08/2025, “Delicate Bodies”, Fotogalerie Wien
  • 06/2025, “Photographie für Alle”, MuseumsQuartier Wien
  • 05/2025, “1255KM VIE HH AMS”, Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam
  • 04/2025, “+43 800 180077 Group Show”, Grossraum, Wien, initiiert und kuratiert von Daniel Scheuch
Stock für Stock, 2026 – Ausstellungsraum mit Rundbogendurchgang und Fotografiengruppe an der Wand.
Stock für Stock, 2026 – Wandinstallation aus dreizehn kleinformatigen Schwarzweiß-Fotografien.
Stock für Stock, 2026 – Architekturmodell aus Kiefernsperrholz auf Wandkonsole neben einer Fotografie.

Stock für Stock, 2026

Was bleibt von einem Ritual, wenn es nicht mehr gelebt wird? Durch Anordnung, Wiederholung und ein Modell werden der reale Ort und die damit verbundene Erfahrung aufgelöst und neu konstruiert. So entsteht der Versuch, eine vergangene Bewegung und Wahrnehmung zu reaktivieren und erneut erfahrbar zu machen.

13 analoge Schwarzweiß-Fotografien, Silbergelatineabzüge auf glänzendem RC-Papier, Papierformat je 10 × 14 cm, Bildformat ca. 5 × 7 cm
Architekturmodell, Kiefernsperrholz, lasergeschnitten, Kabelbinder, ca. 25×20×20cm

Untitled, 2026 – vertikal an der Wand montierter Filmstreifen mit angeklammerten Fotografien.
Untitled, 2026 – Detail des Filmstreifens mit Archivfoto und kleinen Inkjet-Prints.
Untitled, 2026 – Detail der Installation mit Büroklammern an der Wand.

Untitled, 2026

Die Arbeit geht von der Vorstellung einer Stadt aus, die sich nicht über Architektur oder einen geografischen Ort definiert, sondern über ein Netz von Erinnerungen, die mit Orten meiner Familiengeschichte verbunden sind.

Ein defekter Filmstreifen dient als Projektionsfläche und Teil der Arbeit. Als fotografisches Speichermedium trägt er die Möglichkeit von Erinnerung in sich, ohne diese noch lesbar zu machen. Ein Körper für Bilder, die gewesen sein könnten, aber unsichtbar geblieben sind. Ergänzt wird er durch Fragmente eines Familienarchivs und aktuelle Fotografien.
Filmstreifen und Bilder werden mit Büroklammern befestigt. Die sichtbare Struktur erinnert an den Versuch, eine Familie zusammenzuhalten, und verweist zugleich auf eine Praxis des selektiven Erinnerns: Ereignisse werden beiseitegelegt, damit das Bild familiärer Geschlossenheit bestehen bleiben kann. Diesen Akt führe ich in der Arbeit fort.

Erinnerungen und familiäre Erfahrungen wirken dabei wie die Infrastruktur einer Stadt. Sie geben Orientierung, eröffnen Wege, erschweren andere und prägen den Blick auf Orte, Menschen und die eigene Geschichte.

Installation aus defektem Film, Archivmaterial (Fotos & Büroklammern), Inkjet Prints

Strömungen, 2026 – geöffnete Zeitung im Gras mit schwarzweißen Fotografien auf der Doppelseite.
Strömungen, 2026 – Titelseite der Zeitung im Gras mit dem Titel strömungen.
Strömungen, 2026 – schwarzweiße Nahaufnahme eines Baumstamms mit Wurzeln im Kies.

Strömungen, 2026

Die Zeitung geht von einer gemeinsamen Quelle aus: vom Licht, von der Linse und vom Moment des Sehens, der sich zum Bild verdichtet. Daraus entwickeln sich unterschiedliche Blicke und fotografische Positionen, die gleichberechtigt nebeneinanderstehen.

Die einzelnen Arbeiten kreuzen sich, entfernen sich voneinander und bleiben dennoch durch dasselbe Medium verbunden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unterschiedlich Wahrnehmung durch Fotografie sichtbar werden kann.

Die inhaltliche Konzeption und redaktionelle Entwicklung erfolgte im Rahmen einer gemeinsamen Redaktion.

Mein Beitrag beschäftigt sich mit künstlich angelegten Grünflächen und gepflanzter Natur im Wiener Stadtraum. Beobachtet wird, wie Natur selbst dort, wo ihr Raum zurückgegeben werden soll, geplant, begrenzt und gestaltet erscheint und wo dabei die Grenze zwischen Natur und ihrer Vorstellung verläuft.

Redaktion: Ben Kaulfus, Daniel Scheuch, Dominik Zentner, Karen Knözinger, Kathrin Feichtinger, Paulina Maria Roselina Kremsner

Grafik: Laura Bolee, Paul Vetter

Bilder: Paulina Maria Roselina Kremsner

Teilnehmende Künstler*innen: Aleksandra Kolodziejezyk, Anja Manfredi, Arman Aghayan, Ben Kaulfus, Daniel Scheuch, Dominik Zentner, Julia Villgrater, Karen Knözinger, Kathrin Feichtinger, Kiran Isajah Zyman, Laura Bolee, Lukas Felder, Marie Paulin Lang, Michael Schulte, Paola Lesslhumer, Paul Vetter, Paulina Maria Roselina Kremsner, Rosalie Maxima Maier, Susanne Priller

Rheinisches Zeitungsformat

Beinahe Öffentlich, 2025 – gerahmte Schwarzweißfotografie am Boden vor einer Betonwand.
Beinahe Öffentlich, 2025 – Blick über die Alte Donau mit Booten, Stand-up-Paddler und bewaldetem Ufer.
Beinahe Öffentlich, 2025 – Reihe von Kleingartenhäusern mit Bootsstegen am Ufer der Alten Donau.

Beinahe Öffentlich, 2025

Die Arbeit „Beinahe öffentlich“ beschäftigt sich mit der Geschichte der Wiener Alten Donau und den angrenzenden Kleingartensiedlungen. Im Zentrum stehen politische Strukturen, Eigentumsverhältnisse und institutionelle Zuständigkeiten, durch die Zugang und Nutzung dieses Raums geregelt werden.

Öffentlichkeit erscheint dabei nicht als selbstverständlich gesichert, sondern als verwaltet und geduldet. Auch innerhalb der Kleingartenvereine sind Zugang und Teilhabe an unterschiedliche Voraussetzungen und teils schwer nachvollziehbare Vergabepraktiken gebunden.

Die Arbeit nähert sich diesen Spannungsverhältnissen visuell, ohne sie eindeutig aufzulösen oder zu bewerten.

Analoge Schwarzweißfotografien, Inkjet-Druck auf Universalpapier (A4), gerahmt

Sandleiten, 2024 – großformatiger Print an einer Galeriewand mit Gemeindebau zwischen Bäumen.
Sandleiten, 2024 – Durchgang zwischen zwei Gebäudeflügeln mit Betonpfeilern und Blick auf Bäume.
Sandleiten, 2024 – Blick über Steinstufen durch eine Arkade auf ein gelbes Wohnhaus im Hof.

Sandleiten, 2024

Die Serie ist im Rahmen einer fortlaufenden Auseinandersetzung mit dem sozialen Wohnbau Wiens entstanden. Im Zentrum steht die Frage, wie die sozialen und architektonischen Ideen des Roten Wien heute noch im Stadtraum wirksam sind.

Zwischen 1919 und 1934 entstanden in Wien hunderte Gemeindebauten als Teil eines umfassenden sozialpolitischen Projekts, das leistbaren und hochwertigen Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten schaffen sollte.

Der Fokus der Serie liegt auf den Höfen dieser Anlagen. Ihre architektonische Organisation erzeugt eine besondere Spannung zwischen Offenheit und Geschlossenheit, Öffentlichkeit und Intimität.

Die Arbeit nähert sich diesen Räumen ohne dokumentarischen Anspruch und untersucht, wie sich ihre ursprünglichen sozialen Vorstellungen bis heute räumlich ablesen lassen.

112 × 90 cm blueback print